Der ideale Kunde

Erwarten können Sie viel, Kollege Kienzle, die Frage ist eher, können wir es auch, zum Beispiel die Lage richtig einschätzen.

Ich kann es jedenfalls, es ist mein Job, es zu können. Stellen Sie sich doch mal vor, Hauser, ein einfacher Arbeiter am Band käme auf die Idee, einen Berater zu engagieren, der dann seine Arbeit macht und kassiert. Der Arbeiter wäre nicht mehr lange da, aber bei Managern ist es mittlerweile wohl schon ein Kunstfehler, wenn sie sich bei ihrer Arbeit nicht von Beratern helfen lassen.

Also Kienzle, jetzt lassen Sie doch mal die Kirche im Dorf. Ihr Vergleich mit dem Arbeiter ist wie Äpfel mit Birnen vergleichen. Der Arbeiter in der Produktion, der die Bedienung der Maschine schuldet, kann dies selbstverständlich nicht auf Kosten des Unternehmens von einem anderen erledigen lassen. Ihn aber mit der Verantwortung und dem Aufgabenfeld von Führungskräften zu vergleichen, das ist ebenso amüsant wie unzutreffend. Es geht bei dem Arbeiter um ehrenwertes, operatives Tun und das Erledigen von Aufträgen. Bei Chefs geht es, jedenfalls wenn sie richtig ausgewählt sind, um strategische und konzeptionelle Fragen. Ich will nicht den Wert dieser Aufgaben miteinander vergleichen, aber im Charakter und in ihrem Wesen sind sie deutlich voneinander verschieden. Das Eine ist Entscheiden und das Andere ist Tun, lieber Herr Kienzle.

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